Modern Country Style

Neulich war wieder mal ein Arztbesuch fällig und da les ich mich einmal im Monat quer durch die ganzen bunten Lebensstil-Gazetten. Zur Zeit im Innenbereich schwer angesagt, der Modern Country Style.
Also alles auf altes Holz getrimmtes, mit heftigen Gebrauchsspuren und darf ruhig auch ein bisserl derb ausschauen. Der Esstisch ordentlich mit Leben versaut, also Wasserränder plus dekorative Fett-, Tee-, Kaffee-, Wein- oder sonstige Flecken. Alles ist erlaubt was früher igitt war.

Aber so „natürliches“ Design hat seinen Preis. In den Spezialläden latzt man für derlei Geschraube schon mal 30 Euro für einen Kerzenhalter aus ein paar lackierten Ästen. Ein grob geschnitztes Hängeregal, aus diversen Holzabfällen, hängt für 150 Euro von der Wand. Ein Tisch (100 x 200 cm) von einem Grobmotoriker genagelt, schlägt mit 1000 Euro zu Buche. Eigentlich ein Wahnsinn.

Als alter Pfadfinder mein ich – geht doch billiger selbst gebaut.
Wie hier von schwedischen Kollegen der Unikat-Geschirrtuchhalter.

photo

Zutaten – Taschenmesser, Äste, Schnur, Heisskleber und ein bisserl Klarlack.
Arbeitszeit – maximal eine Stunde.
Materialkosten – höchstens 3 Euro.

Allerdings hab ich die Tücher ja lieber mit Haken an der Wand.
Also schon wieder was gespart. 😉

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13 Antworten zu Modern Country Style

  1. Roland schreibt:

    Passt doch gut zur Steinzeitdiät, die grad stark in Mode ist. Auch die antiken politischen Ansichten diverser Gruppierungen im In- und Ausland harmonieren fabelhaft mit dieser Rudimentärmöblierung. Derzeit schließt sich wohl die kultur- und entwicklungsgeschichtliche Zehntausendjahresschleife. Alles schon mal da gewesen. Gut Holz wünscht Nettlbeck

    • Gabriel schreibt:

      Steinzeitdiät? Was is‘ denn das schon wieder?
      Ich krieg in unserer Küche ja nix mit.
      Wir kochen traditionell oder vor Wut oder beides. 🙂

      • roland schreibt:

        kein Mehl, kein Brot, keine Milch, kein Kas, kein Öl, kein Zucker, kein Wein, kein Bier, kein Kaffee

        • Gabriel schreibt:

          Merci für die Aufklärung! Die Ernährungsgewohnheiten von uns Hominiden sind doch die Entwicklung von Millionen Jahren und waren immer von globalen Klima-Veränderungen abhängig. Also aus welcher „Steinzeit“ haben die ihre Weisheiten bzgl. „unserer“ Ernährung? Alles sehr seltsam.
          Weil, die einzige Diät die wirklich funktioniert ist – weniger essen und mehr bewegen. 🙂

          • Die Schwalbe schreibt:

            Hi, frag mich nun, nach all dem was ich hier gelesen hab, warum unser wichtigstes Grundnahrungsmittel – DIE KARTOFFEL – nicht erwähnt wird.
            Dem entsprechend stimme ich unserem Geheimrat Goethe zu:
            Kartoffel: Morgens rund, mittags gestampft, abends in Scheiben, dabei will ich bleiben. 🙂 -Goethe-

            • Gabriel schreibt:

              Ja die Erdäpfeln!
              Im allgemeinen sehr gesund + schmackhaft, da haben Sie recht, Frau Schwalbe. Da hätten’s den Goethe gar nicht bemühen müssen.
              Nur in Streifen fritiert ist die Kartoffel heute eben die Beilage zu meist ungutem + ungesunden Essen.
              Wobei sie das nicht verdient haben, die Erdäpfeln.

  2. Lotosritter schreibt:

    Mit naturgewachsener oberer Quersprosse, welch ein Luxus. Da wird jeder Mongole in seiner Jurte vor Neid erblassen.

  3. Gabriel schreibt:

    Und schon wieder was Unbekanntes.
    Was ist denn bitte ein Lotosritter?
    Ich kenn‘ nur den Halbritter.
    Also den Kurt Halbritter mein ich jetz.
    Ausgezeichneter Zeichner!

  4. kelly schreibt:

    kommentare lesen kann sehr unterhaltsam sein :).
    tja – lang gesucht und endlich den spiegel für die diele gefunden, leider dauert die lieferung.
    hoffentlich ändert sich der trend nicht in der zeit…
    liebe grüsse von der kelly

  5. Die Schwalbe schreibt:

    Ach, liebe Kelly, geteiltes Leid ist halbes Leid :-).
    Hab mir, da ich als Schwalbe nicht in wärmere Gefilde fliegen möchte, eine Bodyguard Matratze für mein Nest bestellt + die Lieferung soll ebenfalls dauern.
    Hi, hoffentlich erleb ich das noch, bis die Matratze endlich eingedrudelt ist.
    Ganz liebe Grüße von der Schwalbe 🙂

  6. Gabriel schreibt:

    Ich seh schon, die Damen fühlen sich hier mittlerweile wie zu Hause, schaffen schon Spiegel und Matratzen an.
    Hach ja – hier lässt es sich wohl sein!
    Ich geh mal Tee und Kekse holen!

    Herzliche Grüsse an alle!
    🙂

    • Die Schwalbe schreibt:

      Danke, selten so gelacht! 🙂
      Bei den meisten Dingen waren die Tiere unsere Lehrer:
      die Spinne lehrte uns das Weben,
      die Schwalbe die Baukunst,
      die Nachtigal und der Schwan das Lied.
      ~ Demokrit 460-370 v.Chr. griechischer Naturphilosoph ~

      Liebe Spätsommergrüße von der Schwalbe! 🙂

      • Gabriel schreibt:

        Also diese griechischen Naturphilosophen hatten es ja alle faustdick hinter den Löffeln. Zum Beispiel mit dem Diogenes tät ich mich gerne mal länger unterhalten.
        Na, und die Problematik von „Schwanengesang“ lassen wir jetzt einfach mal beiseite.

        Fröhliche Grüsse,
        G.

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