Horror-Kasperl

Gestern per Zufall im Internetz entdeckt – die Fibelkinder 1+2.
Mit diesen Dingern wurde ich 1964 in Bayern als Erstklässler im Lese-Unterricht traktiert.
Mein besonderer Horror, die Kasperl-Figur die uns dort die Welt erklären sollte.

fibelkinder-1964

Wie man deutlich erkennt war der Kerl ein alkoholisierter Rock’n’Roller, der in Fibeln auftrat um dort den Kindern unter anderem die Torten wegzufressen.
Die Klamotten dazu hatte er sich aus einer alten Bayernfahne sägen lassen.
Was der Oldenbourg-Verlag sich damals bei dieser Produktion gedacht hat, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben.

Wir sollten den Kerl dann auch noch in unsere Hefte zeichnen.
So ein Trottel mit weiss-blauem Rautenkittel kam mir natürlich nicht ins Heft.
Ich zeichnete meinen eigenen Kasperl, wie ich ihn aus dem Marionettentheater kannte. Was natürlich wegen Ungehorsam schlechtere Noten brachte.
Aber das wäre jetzt wieder ein ganz anderes Thema. 😉

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5 Kommentare

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5 Antworten zu “Horror-Kasperl

  1. Roland

    Sieht ein bissl wie ein infantiler Franz Josef Strauß aus, dieser Kaschper mit dem Rautenfahnenhemd; und diese braune Hose, dzdzdzdz, da fress ich glatt eine Weißwurscht, wenn da nicht der damalige bayerische CSU-Kultusminister Hundhammer (ein ganz ein Strammer) dahintersteckt. Gott mit dir du Land der Bayern, deutsche Erde ……, holladriiaho allaweil.
    In diesem Sinne
    Nettlbeck

    • Hast recht, den Franz-Josef hab ich schon wieder völlig verdrängt. Aber der Hundhammer war zu der Zeit schon für Ackerbau und Viehzucht zuständig. Hab extra nachgeschaut. Von 1957 bis 1964 war ein gewisser Theodor Maunz Kultusminister in Bayern. Kennt heute ausser Tante Googlhupf keiner mehr.
      Illustriert hat die Fibelkinder der Kollege Ali Mitgutsch. Fällt unter die Kategorie – er war jung und brauchte das Geld. 😉

      Herzlich Grüsse,
      G.

      • Roland

        Da hamms recht Herr Kollega, vielleicht war der Hundhammer in den 60er und 70er Jahren selbst für bayerische Verhältnisse zu stramm fundamentalistisch.
        Gruß Roland

  2. *schmunzel*
    in den dialog mische ich als norddeutsche mich nicht ein…
    mein kluger vater, traumatisiert von den 1000 jahren, sagte zu unverständlichen dingen in den schulbüchern:
    hat ein flüchtling geschrieben…
    so hat ein jeder sein feindbild!
    lg kelly

    • Werte Kelly – ja also die Dialoge zwischen dem Nettlbeck und mir sind ja quasi legendär. Früher haben wir ganze Hörsäle und Wirtshäuser bespielt. Heute treten wir nur noch gelegentlich auf. 😉

      Herzliche Grüsse nach Bremen!
      G.