Tomas Bunk erinnert sich

Zur Zeit läuft in der FAZ eine Strip-Serie in der sich der heute in New York lebende Zeichner Tomas Bunk (MAD-Magazin u. a.) an seine Anfangsjahre in Berlin erinnert.

In der heutigen Folge erwähnt er auch unser ZOMIX-Heft …

ZOMIX_00

ZOMIX hatten Rolf Boyke, Hansi Kiefersauer, Ewald Lang und ich 1978 im Selbstverlag aus der Taufe gehoben, um unabhängig unsere Geschichten publizieren zu können. Unsere selbstfinanzierte Erstauflage hatte 1000 Exemplare, die wir zügig auf 3000 verkaufte Exemplare ausweiten konnten.

Hier das Cover unserer Nr. 1 gezeichnet von Rolf Boyke. Der ZOMIX-Schriftzug war von mir (ständig mit batzenden Rapidographen kämpfend).
🙂

ZOMIX_01

Geld verdient haben wir mit ZOMIX keines. Alles was wir einnahmen, floß wieder in die Produktion eines neuen Heftes. Um ein Vertriebslager für die Hefte zu haben, mietete ich einen trockenen Kellerraum an, von dem aus ich den Versand machte. Ein echtes Underground-Büro! Unsere Redaktionsanschrift war eine Postlager-Adresse, die ich zweimal wöchtlich leerte um dann die Bestellungen einzupacken und zu verschicken. Rolf belieferte regelmässig Münchner Buchhandlungen, Hansi kümmerte sich um akurate Buchhaltung (es gab dafür sogar Lob beim Finanzamt) und Ewald sorgte dafür, dass wir das erste Mal mit ZOMIX in die Presse kamen. Eine Menge Arbeit, doch schön war die Zeit!

Aber war ohne Mäuse damit zu verdienen alles für die Katz? Tomas schreibt heute dazu – Nein, für die Katz war es nicht! Denn ich habe gute Freunde kennengelernt, bin zeichnerisch gewitzter geworden und hab mich köstlich amüsiert!

Dem kann ich mich nur anschliessen. Trotzdem trennten sich damals die Wege von uns ZOMIX-Gründern. Ich stieg bei ZOMIX aus und flog in die USA, Rolf und Hansi machten mit ZOMIX weiter und zogen von München nach Berlin.
In Berlin ging es dann mit Tomas und ZOMIX so weiter …

Zomix-02

Nach zwei „Berliner“ Ausgaben war mit ZOMIX dann allerdings Schluß. Es kamen neue Projekte, aber das ist eine völlig andere Geschichte.

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4 Antworten zu Tomas Bunk erinnert sich

  1. kelly schreibt:

    all die wertvollen erfahrungen die uns ausmachen!
    *grübel* 1979 geprägt durch die KKK – genug stoff für comic, ich war im falschen film ;).

    • Gabriel schreibt:

      Liebe Kelly – wieso falscher Film? Gute Söhne, nette Enkel – das kann kein falscher Film gewesen sein! Na ja, ein männlicher Nebendarsteller der nicht ganz passte, aber ansonsten alles prächtig, oder?! Eben!
      Herzlichst,
      G.

  2. kelly schreibt:

    ergänzung durch ein fundstück ;):
    mein fredi hat auch romane geschrieben!
    deine carla-maus 🙂

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