Impressionen vom Comicfestival 2013

Hier ein paar meiner Eindrücke. Über das ganze Stadtgebiet waren über 20 Veranstaltungsorte verteilt, und es war mir schlicht unmöglich alles zu besuchen. Da muss man zwangsläufig Pirouetten setzen (oder wie das Fremdwort heisst).
🙂

Als erstes gleich mal lobende Worte an die gute Seele des Festivals – Veronika Kompa. Ganz unter uns – ohne Veronika wären die Veranstalter des Festivals Michael Kompa und Heiner Lünstedt nur flatternde Nervenfähnlein im Wind. Ich hoffe ihr Burschen wisst, was für ein Schmuckstück ihr da an eurer Seite habt.

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Veronikas Eltern haben einen landwirtschaftlichen Betrieb und ihre starken Nerven kommen vielleicht daher. Der Unterschied zwischen einem Haufen Comic-Zeichner und einer Herde Rindviecher liegt vielleicht nur in der Verdauung? Mann weiss so wenig!
🙂
Und beim Comicfestival 2015 will ich endlich mal Veronika in der Tagesschau sehen, damit das klar ist.

Am Mittwoch war noch Aufbauphase. Da geht es erfahrungsgemäss robust zur Sache. Man besucht seine grafischen Erzeugnisse in stillen Ecken. Das erdet die Psyche ungemein und Größenwahn landet auf dem Boden der Tatsachen.
🙂

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Das Münchner Comicfestival 2013 hatte mit drei mächtigen Gegnern zu kämpfen – Baustellen, Regenwetter und der Feuerpolizei.

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Ein völliger Wahnsinn was die feuerpolizeilichen Bestimmungen mittlerweile alles lahmlegen. Zwei Beispiele – eine komplette Ausstellung des Zeichners BARU musste kurzfristig an eine andere Örtlichkeit verlegt werden und die Signier-Aktion des Bandes ‚A Tribute to Robert Crumb‘ konnte überhaupt nicht stattfinden. Wer selber schon mal Ausstellungen organisiert hat, weiß was das bedeutet.

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Am Eingang zur Ausstellung Underground-Comix im Valentin Karlstadt Musäum – hier steckt die Liebe im Detail. Den Holzaufsteller mit Fritz dem Kater hat Gunter Hansen gefertigt.

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Gunter Hansen ist übrigens nicht irgend ein namenloser Mitarbeiter einer Messebau-Firma, sondern u. a. Autor + Zeichner der witzigen Werbe-Comic-Serie ‚Pschorrli‘ der Pschorr-Brauerei. Lieber Gunter, danke für den netten Fritz.

Hier einige Exponate aus der Ausstellung. Dass ein paar meiner Werke neben weltberühmten Kollegen hingen hat mich zwar sehr gefreut, aber mein Stellenwert in der weltweiten Comic-Szenerie ist eher ein geringer. Dem bin ich mir bewußt!
Danke Jungs, dass ihr mich trotzdem aufgehängt habt.
🙂

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Zu den vielen Veranstaltungen – da greife ich nur drei heraus, die mir besonders gut gefallen haben.

Eine Talk-Show mit Aline Kominsky-Crumb und ihrem Mann Robert im jüdischen Museum. Beide berichteten freimütig aus ihrem Beziehungs- und Eheleben und ihren gemeinsamen Comic-Arbeiten. Da ging es rund und die Zuhörer waren begeistert. Ganz links als Talk-Masterin Lora Fountain, die Ehefrau von Gilbert Shelton.

Ihre ‚Duckworks‘ päsentierten Daan Jippes und Ulrich Schröder in der Mohr-Villa. Daan Jippes hat auch an vielen Disney-Filmen (u. a. ALADIN) mitgearbeitet und schilderte ausdrucksstark sein Leid mit Disney-Chefs die einem die mühevoll erdachten Storyboards von der Präsentationswand reissen und in den Abfall schmeissen.

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Hier erklärt Daan anschaulich wie er Mimik in Donald Duck bringt. Viele (auch ich) halten Daan Jippes für einen besseren Zeichner als Carl Barks. Was man Carl Barks aber zugute halten muss ist, dass er nicht nur zeichnen sondern auch wohlfeil texten musste. Und das in einer unglaublichen Geschwindigkeit.

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Entwurf und Reinzeichnung zum Plakatmotiv der Ausstellung.

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Und zum Schluss der Vortrag von Ralf Palandt im Eine Welt Haus München ‚Comics für eine bessere Welt‘. Er berichtete dort über Comic-Aktionen von diversen Organisationen wie z. B. Miserior, Oxfam oder TransFair die mit dem Medium Aufklärungsarbeit betreiben.

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Ralf Palandt arbeitet schon seit langen Jahren in diesem Bereich und die Süddeutsche Zeitung würdigte sein Engagement zum Comicfestival mit einem halbseitigen Bericht.

Das war’s. Es gäbe natürlich sehr viel mehr zu berichten, aber das würde erstens den Blog hier sprengen und ist zweitens auch an anderen Stellen im Internetz nachzulesen.

Bleibt nur noch zu schreiben – ich freue mich auf’s Comicfestival 2015!

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3 Kommentare

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3 Antworten zu “Impressionen vom Comicfestival 2013

  1. Lieber Gabriel!
    Danke für diesen ausführlichen Bericht des Comic-Festivals. Das hätte ich mir auch sehr gerne angesehen. Ich bewundere die Zeichner sehr. Natürlich auch mit etwas Neid auf diese besondere Begabung.
    Lieben Gruß
    Lemmie

  2. die tagesschaueinblendung ist gelungen, gute werbung.
    deine motivation ist spürbar ;).
    alles gute und liebe grüsse!

  3. Lieber Gabriel, da musste ich gleich was von Ralf und Dir auf meinem Blog zeigen. Ich habe gerade ein Foto von Passau gesehen – ich hoffe Dein Atelier ist von dem schrecklichen Wasser verschont. Alles Gute, Hannelore