Bienenzüchter-Logo

2006/07 hab ich für einen Wiener Bienenzüchter-Verein ein neues Logo gestaltet. War mit ein bisserl hin und her verbunden, wie das bei Vereinen (wo alle ein Mitspracherecht haben) eben so ist.

Der dem Verein naheliegende Fluss Liesing sollte mit auf das Logo. Für mich als nichtsahnenden Strichezieher sind alle Flüsse in Logos einfach Blau. Weit gefehlt bei der Liesing! So geht das nicht!

Die Liesing muss nämlich grün sein! Eine entsprechende Erklärung bekam ich postwendend per Mail vom Vereinsvorstand! Hab ich mir extra abgespeichert!
Hier der entsprechende Mail-Auszug:

„Die beiden Bögen stellen das auf der Landkarte charakteristische abbiegen der Liesing nach Norden nach dem Talausgang bei Rodaun und dass verschwenken wieder Richtung Osten in Atzgersdorf. Die grüne Farbe bezieht sich auf die Übersetzung der Liesing aus dem Slawischen – Waldbach – Liechniza – der Bach aus dem Walde.
Nach der Römerzeit wurde das Wiener Becken eine Zeitlang von den Awaren besiedelt. Funde dazu gibt es einerseits sehr zahlreich in Simmering und in Brunn am Gebirge. Aber auch in Atzgersdorf (Gräf und Stift) konnte eine awarische Besiedelung nachgewiesen werden. Auch die slawischen Völker die sich nach den Awaren ansiedelten, siedelten sich in den flachen Gebieten vor dem Wienerwald an. So wurde dem Bach der aus dem großen Walde kam, der Waldbach.
Um 1000 nach Christus begann dann die Besiedelung des Wienerwaldes durch bayrische Klöster und Siedler. Diese übernahmen den slawischen Namen und veränderten in durch ihre typische Endung –ing (Liesing, Mödling, Penzing, …). Durch die rauen Lebensbedingungen im Wienerwald, der großflächigen Besitzungen von Klöstern und Herrschaft (Lainzer Tiergarten) und Dank der Initiative von Johann Schöffel besteht der Wienerwald auch heute noch an großflächigen Waldgebieten. So entspringt die Liesing (reiche) und ihre wichtigsten Nebenbäche wie Kaltenleutgebner Bach (dürre Liesing), Laaber Bach und Gütenbach im Waldgebiet und durchfließt nur offene Siedlungen.
Erst nach der Vereinigung der reichen mit der dürren Liesing wird durch die harte Verbauung ein städtischer Eindruck erweckt. Wobei aber auch die Überbauungen in Liesing und Atzgersdorf nur zur Gewinnung von Verkehrsflächen dienten. Durch Erlaa und Inzersdorf fließt die Liesing noch in seinem – wegen dem Hochwasserschutz geschaffenen – steinernen Bett. Ab dem Blumental wurde in den letzten Jahren die Liesing wieder zurückgebaut, so dass in Ober- und Unterlaa die Liesing wieder in einem natürlichen Bachbett sich bewegt (mäandert). Hier trifft die Liesing in den landwirtschaftlichen benutzten Gebiet des 10. Bezirkes ein, um dann durch Schwechat – kurz vor dessen eigener Mündung in die Donau – in den Schwechatbach mündet.“

🙂 Nie wieder mal ich die Liesing Blau, ich schwör! 🙂

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Dieses + Jenes veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

5 Antworten zu Bienenzüchter-Logo

  1. Lemmie schreibt:

    Hallo Gabriel!
    Sehr interessiert las ich über die Liesing. Das Einzige, was ich über diesen Bach weiß ist, dass sie durch die Verbetonierung wegen des Hochwasserschutzes für mich nicht sehr attraktiv ist.
    Durch und unter Wien fließen jede Menge Bäche. So auch der Ottakringer Bach, den ich noch nie zu Gesicht bekam. Er fließt sogar neben unserem Wohnhaus unterirdisch, deshalb gibts da nur eine Parkplatzfläche und keine Tiefgarage.
    Lieben Gruß
    Lemmie

  2. Wienermaedel schreibt:

    Auch ich habe die Geschichte und Namensherkunft der Liesing mit grossem Interesse gelesen, wusste gar nicht, wie wie wichtig das unscheinbare Liesingbacherl ist.
    Und was es mit Bienen zu tun hat, schon gar nicht.
    🙂
    LG

    • Gabriel schreibt:

      Was das mit Bienen zu tun hat?
      Na ja, der Verein will damit eben symbolisieren wo er beheimatet ist. Quasi wie ein Wappen.
      Aber für den Normalseher erschließt sich das jetzt meiner Meinung nach ohne Erklärung nicht. Die Farbsymbolik ist nun mal Blau für Wasser und Grün für Wiese.
      Wie auch immer – es ist jetzt so, wie der Verein es wollte und sie freuen sich drüber. Das ist das Wichtigste.

      Herzliche Grüße!

Kommentare sind geschlossen.